Networking beschreibt das Knüpfen und Pflegen von Kontakten zwischen Personen, um diese für berufliche Ziele zu nutzen. Dies kann ohne konkreten Anlass durch zufällige Begegnungen, organisierte Treffen oder konkret geplante Veranstaltungen erfolgen. Idealerweise profitieren alle Personen innerhalb des Netzwerkes, zum Beispiel durch gegenseitige Vermittlung von Aufträgen, Empfehlungen oder gemeinsame Projekte und/oder Akquise-Aktionen.

Was bedeutet Networking?

Der Begriff Networking wird als Anglizismus auch in der deutschen Sprache verwendet und stammt von der englischen Bezeichnung „network“ für Netzwerk. Da der Begriff hierzulande praktisch nur im geschäftlichen Umfeld genutzt wird, lautet die (selten benutzte) deutsche Übersetzung „Berufliches Netzwerken“. Networking basiert auf der Annahme, dass ein ausgedehntes Netzwerk zwischen Personen zu einer Verbesserung der beruflichen Situation führt, indem unkompliziert auf Kontakte verschiedenster Fachgruppen und Positionen zurückgegriffen werden kann.

Warum ist Networking so wichtig?

Vor allem kleine und mittelständische Unternehmer sowie Freiberufler rekrutieren einen nicht unerheblichen Teil ihres Auftragsvolumens aus Netzwerken. Damit ist Networking ein unverzichtbarer Bestandteil der Kundenakquise. Auch bei Angestellten erhöht Networking regelmäßig die Karrierechancen. Die problemorientierte, projektbezogene und fachliche Kommunikation zwischen Stakeholdern verläuft innerhalb von Netzwerken unkomplizierter, zumal bei längeren Geschäftsbeziehungen eine langsam gewachsene Vertrauensbasis besteht, die nicht mit anonymen Referenzen und Testimonials vergleichbar ist. Im Umkehrschluss bietet Networking neuen Protagonisten die Möglichkeit, ihren Bekanntheitsgrad auch ohne ein großes Werbebudget zumindest regional zu erhöhen und erste Kunden/Geschäftspartner zu rekrutieren.

Wie läuft Networking ab?

Eine Person, eine Interessengruppe oder ein Unternehmen machen den Startpunkt des Networkings aus und treffen sich nach öffentlichkeitswirksamen Maßnahmen (Broschüren, Social Media, Zeitungsannoncen etc.) mit Interessierten zu einer sich für gewöhnlich wiederholenden Zeit zum Interessenaustausch, oft begleitet von einem gemeinsamen Essen o. Ä. Durch Weiterempfehlung entsteht idealerweise eine Eigendynamik, wonach neue Networker hinzustoßen und sich so immer weitere Geschäftsbeziehungen herauskristallisieren. Networking kann sich jedoch auch vollkommen spontan bei entsprechenden Anlässen, an denen sich Menschen vergleichbarer Interessen zusammenfinden und kommunizieren, etablieren.

Worauf sollte man beim Networking achten?

Spontanes Networking

Das spontane Networking erlaubt naturgemäß keine gezielte Vorbereitung. Hier geht es im Wesentlichen darum, seine Person, die Tätigkeit und Motivation zum Netzwerken glaubhaft und authentisch zu kommunizieren. Idealerweise sind in einer solchen Situation kurze Informationen in Form von Visitenkarten, Broschüren etc. zur Hand.

 

 

Gezieltes Networking

Gezieltes Networking verspricht umso erfolgreicher zu werden, je besser man sich darauf vorbereitet. Oberstes Gebot ist die sehr knappe und gleichzeitig einprägsame Vorstellung seines geschäftlichen Portfolios. Bei vielen Networking-Veranstaltungen stehen dem Redner hier lediglich 45 bis 60 Sekunden zur Verfügung. Gleichzeitig sollte man – sofern möglich – Grundkenntnisse über die teilnehmenden Personen und ihre Tätigkeiten besitzen. Eine proaktive Kommunikation mit den weiteren Teilnehmern erhöht die Chance auf ein erfolgreiches Networking. Das Mitführen von ausreichend Visitenkarten ist obligatorisch.

Welche Möglichkeiten gibt es zum Networking?

Wirtschaftsverbände und Interessenvertretungen organisieren in fast jeder Stadt regelmäßig Networking-Veranstaltungen. Darüber hinaus bieten Kongresse, Messen und bestimmte Clubs (z. B. Marketing-Clubs) die Gelegenheit für spontane Networkings. Zunehmend an Bedeutung gewinnen zudem digitale Formen über Social Media. Jedoch birgt auch die Freizeitgestaltung Raum für Networking. Berufliche Kontakte entstehen beispielsweise beim gemeinsamen Sport oder auf Reisen und in Vereinen.

Wie pflegt man am besten bestehende Kontakte?

Grundsätzlich gilt: Ein kleines, aber regelmäßig aktives Netzwerk ist oft effektiver als eine übergroße Anzahl an Kontakten, deren fortlaufende Pflege die eigenen zeitlichen Kapazitäten überschreitet. Je nach persönlichem Zugang können Kontakte rein beruflich sein, aber auch in das Privatleben hineinragen. Beides sollte so abgestimmt sein, dass sich beide Parteien wohlfühlen. Regelmäßiges Engagement in der Gruppe erhöht gewöhnlich den Zugang zu den weiteren Mitgliedern und führt zu einem professionellen, gleichsam aber freundlich-zugewandten Miteinander.

Welche häufigen Fehler treten beim Networking auf und wie kann man sie vermeiden?

Auch in Zeiten der Digitalisierung bleibt das Überreichen von Visitenkarten ein Zeichen von Anerkennung und Interesse. Keinesfalls sollte der Empfänger diese daher sichtbar respektlos behandeln. Ein erfolgreiches Networking lebt von der gegenseitigen Kommunikation: Daher gilt es als unhöflich, sich in laufende Gespräche einzumischen oder ständig nur von sich selbst zu reden. Unterhaltungen sollten zudem nie zu sehr in die Länge gezogen werden, um die Zeit des Gesprächspartners nicht überzustrapazieren. Zu undurchsichtige Aussagen über die eigene Tätigkeit – wie das berühmte Beispiel „Ich mache etwas mit Menschen“ – sind unangemessen. Unbedingt geachtet werden sollte auf angemessene Kleidung und eine Ansprache seines Gegenübers mit Namen.

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