Bauingenieur:innen zählen zu der Berufsgruppe der Ingenieur:innen. Sie verantworten Bauprojekte im Hochbau, Tiefbau, Verkehrsbau und Wasserbau und sind für die Konzeption, Berechnung, Konstruktion, Organisation und die Verwaltung der Bauwerke zuständig. Häufig haben Bauingenieur:innen auch zahlreiche Überschneidungspunkte mit dem Umweltschutz. Bauingenieur:innen können Jobs in der Industrie oder im öffentlichen Dienst finden. Der Berufseinstieg als Bauingenieur:in setzt ein Studium des Bauingenieurwesens oder der Architektur voraus.

Inhaltsübersicht
- Welche Aufgaben haben Bauingenieur:innen?
- Wie sieht die Ausbildung zur Bauingenieurin und zum Bauingenieur aus?
- Wo arbeiten Bauingenieur:innen?
- Welche Karriereoptionen haben Bauingenieur:innen auf dem Arbeitsmarkt?
Welche Aufgaben haben Bauingenieur:innen?
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Wie sieht die Ausbildung zur Bauingenieurin und zum Bauingenieur aus?
Die Voraussetzung, um als Bauingenieur:in arbeiten zu können, ist ein Abschluss an einer Fachhochschule oder einer Universität in einem ingenieurwissenschaftlichen Studiengang. Studieninteressierte haben die Wahl zwischen dem gleichnamigen Studiengang Bauingenieurwesen, können aber genauso gut einen Einstieg über ein Studium im Maschinenbau, der Elektrotechnik oder einem anderen ingenieurwissenschaftlichen Studium wählen. Hierbei sind neben der Hochschulreife individuelle Zulassungsvoraussetzungen wie bspw. Praktika zu beachten. Das Bachelorstudium im Fach Bauingenieurwesen hat eine Regelstudienzeit von sechs Semestern und schließt mit dem Grad Bachelor of Science (BSc) ab. Die Inhalte des Bachelorstudiums Bauingenieurwesen sind vielfältig. Sie reichen von Baumechanik, Baustatik und Baukonstruktion über Bauchemie und Bauphysik bis hin zur Wasserwirtschaft und Umwelttechnik. In der Regel sind Praktika bei Baufirmen, Bauverwaltungen oder Ingenieurbüros Teil des Studiums. Diese dienen dazu, Einblick in die Praxis zu bekommen. Bei einem dualen Studium arbeiten die Studierenden parallel in einem Unternehmen, um das theoretische Wissen direkt praktisch anzuwenden und wertvolle Berufserfahrung zu sammeln. Je nach Studienform findet die Theorie in den Abendstunden und/ oder am Wochenende statt oder das Studium verlängert sich entsprechend bis zu neun Semestern.
Wer nach erfolgreich absolviertem Bachelorstudium weiter wissenschaftlich arbeiten möchte und eine höhere Karriere anstrebt, kann ein zusätzliches Masterstudium absolvieren. Über das Masterstudium haben angehende Bauingenieur:innen die Möglichkeit, sich über einen Zeitraum von (drei bis) vier Semestern auf ein bestimmtes Fachgebiet zu spezialisieren, z.B. auf Konstruktiven Ingenieurbau, Infrastruktur, Geotechnik, Bauprozessmanagement, Wasserbau oder Bauinformatik.
Einige Positionen im Bauingenieurwesen, insbesondere Führungspositionen, verlangen eine Promotion. In der Regel müssen dafür weitere drei Jahre Forschungsarbeit eingerechnet werden.
Wo arbeiten Bauingenieur:innen?
Die Einsatzbereiche von Bauingenieur:innen sind vielfältig. Bauingenieur:innen können in der Bauindustrie, in Ingenieur-/ Architektur- oder Vermessungs- oder Planungsbüros oder in Projektentwicklungsgesellschaften Anstellung finden. In diesem Zusammenhang sind Bauingenieur:innen für Ausschreibungen, Konstruktionen und Baupläne zuständig. Zudem können sie auch Projektmanagementverantwortung übernehmen. Um den Baufortschritt zu beurteilen und einen Überblick über die Einhaltung der Planungsvorgaben zu erhalten oder Änderungen zu besprechen, sind die Bauingenieurin und der Bauingenieur auch in regelmäßigen Abständen auf der Baustelle vor Ort. Sie arbeiten eng mit Architektinnen und Architekten zusammen, die die Objekte gestalten. Hierbei sind Bauingenieur:innen dafür verantwortlich, die technische Machbarkeit der Baupläne zu überprüfen.
Bauingenieur:innen, die im öffentlichen Dienst arbeiten, kontrollieren die Einhaltung von Bauvorschriften und gesetzlichen Regelungen, bearbeiten Baugenehmigungen und sind für die Bauabnahme zuständig. Darüber hinaus sind sie für die Stadt- und Landschaftsabwicklung verantwortlich.
Ausgebildete Bauingenieur:innen mit Erfahrung haben darüber hinaus auch die Option, sich selbstständig zu machen.
